Auswerfkraft-Rechner
Bestimmen Sie die Kraft, die zum Auswerfen des Bauteils aus der Form benötigt wird, auf Basis der Seitenfläche, des Entformungswinkels, der Oberflächenrauheit und der Entformungstemperatur. Eine Unterschätzung der Auswerfkraft gefährdet das Bauteil durch Verformung oder Beschädigung.
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ARGUS legt automatisch das Auswerfersystem auf Basis von Bauteilgeometrie und Material fest
Die Auswerfkraft hängt von vielen Faktoren ab — ARGUS integriert Bauteilgeometrie, Materialeigenschaften und Werkzeugparameter in einen gemeinsamen Kontext.
Wie berechnen wir die Auswerfkraft?
Die Auswerfkraft (ejection force) ist die Kraft, die benötigt wird, um das Bauteil nach dem Erstarren des Kunststoffs vom Kern oder den Kavitätswänden zu lösen. Das Bauteil haftet an der Form durch thermischen Schwund, der den Kunststoff auf den Kernen zusammenzieht, sowie durch Reibung zwischen Bauteil- und Formoberfläche.
Der Rechner berücksichtigt die Haftreibungskraft zwischen Bauteil und Form, die von der Kontaktfläche, dem Entformungswinkel, der Rauheit und der Entformungstemperatur abhängt.
Fej — Auswerfkraft [N]
A — Seitenfläche des Bauteils [cm²]
μ — Reibungskoeffizient (Funktion von Winkel und Rauheit)
pSchwund — Schwunddruck [bar]
fT — Temperaturfaktor
Der Entformungswinkel (draft angle) hat entscheidenden Einfluss auf die Auswerfkraft. Das Standardminimum beträgt 0,5–1° pro Seite, empfohlen werden 1–3°. Bei texturierten Oberflächen ist ein Winkel von 1° je 0,025 mm Texturtiefe erforderlich. Fehlender Entformungswinkel führt zu Kratzern, Verformungen oder Rissen am Bauteil beim Auswerfen.
Auslegung des Auswerfersystems
Die Auswerfkraft bestimmt Anzahl, Größe und Anordnung der Auswerfer. Eine zu geringe Auswerferauflagefläche verursacht Verformungen oder Durchstechungen des Bauteils.
Winkel 1,0° — Standard für glatte Oberflächen
Winkel 2,0° — komfortables Auswerfen, empfohlen
Winkel 3,0°+ — Textur, tiefe Kerne
Die Entformungstemperatur beeinflusst die Steifigkeit des Kunststoffs — je niedriger die Temperatur, desto steifer das Bauteil und desto geringer das Verformungsrisiko, aber desto höher die Reibung. Die optimale Entformungstemperatur ist ein Kompromiss zwischen Bauteilsteifigkeit und Kühlzeit. Typisch 10–30 °C unterhalb der Wärmeformbeständigkeit (HDT).
Probleme beim Auswerfen
Häufigste Probleme: Verformungen durch Auswerfer (zu geringe Kontaktfläche), Kratzer (fehlender Entformungswinkel), Risse (zu niedrige Entformungstemperatur, sprödes Material). Lösungen: Erhöhung der Auswerferanzahl, Einsatz einer Auswerferhülse, pneumatische Auswerfunterstützung, Optimierung der Kühlzeit.
ARGUS entwirft automatisch das Auswerfersystem auf Basis von Geometrie und Material
Überzeugen Sie sich selbst — vereinbaren Sie eine Präsentation und sehen Sie, wie ARGUS die Kraftberechnungen mit dem vollständigen Werkzeugkontext verknüpft.