WerkzeugeEinspritztemperatur
THERMIK

Einspritztemperatur-Rechner

Bestimmen Sie die tatsächliche Schmelzetemperatur unter Berücksichtigung der Scherwärme, die durch die Schnecke erzeugt wird, und des Einflusses des Staudrucks. Die Schmelzetemperatur beeinflusst die Bauteilqualität, die Zykluszeit und die Materialdegradation.

ThermischOptimierung

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ARGUS überwacht die Schmelzetemperatur in Echtzeit und warnt vor Degradation

Die tatsächliche Schmelzetemperatur kann um bis zu 20–30°C von der eingestellten abweichen — ARGUS berücksichtigt die Scherwärme und korrigiert Parameter automatisch.

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Berechnungsformel

Wie berechnen wir die tatsächliche Schmelzetemperatur?

Die tatsächliche Schmelzetemperatur (actual melt temperature) ist die Summe der am Zylinder eingestellten Temperatur und der Scherwärme, die durch die Schneckendrehung erzeugt wird. Die Scherwärme entsteht durch innere Reibung der Polymerschmelze während der Plastifizierung und kann die Materialtemperatur um 5–30°C über die eingestellte Temperatur anheben.

Der Rechner schätzt den Temperaturanstieg durch Scherwärme auf Basis der Schneckendrehzahl und des Staudrucks. Höhere Drehzahl und höherer Staudruck erzeugen mehr Scherwärme.

Tactual = Tbarrel + ΔTshear
ΔTshear = f(RPM, pback)

Tbarrel — Zylindertemperatur [°C]
ΔTshear — Temperaturanstieg durch Scherwärme [°C]
RPM — Schneckendrehzahl [U/min]
pback — Staudruck [bar]

Scherwärme ist besonders relevant für thermisch empfindliche Materialien (PVC, POM, PC) sowie bei hohen Plastifiziergeschwindigkeiten. Übermäßige Scherwärme führt zur thermischen Degradation des Materials — Abbau der Polymerketten, Farbveränderung, Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften und Gasbildung.

Praktische Anwendung

Kontrolle der Schmelzetemperatur

Die Messung der tatsächlichen Schmelzetemperatur ist entscheidend für die Prozesskontrolle:

Thermoelement in der Düse — kontinuierliche Messung, aber Kontaktpunkt
Handpyrometer — Messung des Schmelzestrangs nach Austritt aus der Düse
Nadelthermocouple — Messung in der Schmelzemasse (genaueste Methode)

Der Staudruck beeinflusst die Schmelzehomogenität und die Scherwärmemenge. Höherer Staudruck verbessert die Durchmischung, erhöht aber die Scherwärme und die Plastifizierzeit. Typische Werte: 30–80 bar für Standardmaterialien, 50–150 bar für eingefärbte Materialien oder Materialien mit Füllstoffen.

Tipps

Temperaturoptimierung

Das Zylindertemperaturprofil sollte für die meisten Materialien von der Einzugszone zur Düse hin ansteigen (ansteigendes Profil). Ausnahmen: PVC und POM erfordern ein abfallendes oder gleichmäßiges Profil. Die Verweilzeit des Materials im Zylinder sollte 5–8 Minuten nicht überschreiten — längere Verweilzeiten erhöhen das Degradationsrisiko.

Im ARGUS-System

ARGUS überwacht die Schmelzetemperatur und optimiert automatisch das Temperaturprofil

Überzeugen Sie sich selbst — vereinbaren Sie eine Präsentation und erleben Sie, wie ARGUS die Temperaturkontrolle mit dem vollständigen Prozesskontext verbindet.

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