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Schwindungskompensation-Rechner

Berechnen Sie Kavitätsmaße mit vollständiger Schwindungskompensation — in Fließ- und Querrichtung. Der Rechner berücksichtigt die Schwindungsanisotropie, die für Bauteile mit engen Maßtoleranzen entscheidend ist.

Grundlagen Toleranzen

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Ein Werkzeug statt fünf

ARGUS berücksichtigt automatisch die Schwindungsanisotropie für jedes Material

Anisotrope Schwindung ist entscheidend für Präzisionsbauteile — ARGUS verknüpft Schwindungsdaten mit der Produktionshistorie des Werks und korrigiert die Werte anhand tatsächlicher Messergebnisse.

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Berechnungsformel

Wie berechnen wir die Schwindungskompensation?

Schwindungskompensation ist der Prozess der Bestimmung von Kavitätsmaßen, die nach Berücksichtigung der Verarbeitungsschwindung ein Bauteil mit den geforderten Nennmaßen ergeben. Im Unterschied zur einfachen eindimensionalen Umrechnung berücksichtigt dieser Rechner die Schwindungsanisotropie — den Unterschied zwischen Schwindung in Fließrichtung und in Querrichtung.

Der Rechner verwendet ein anisotropes Schwindungsmodell mit Richtungskoeffizienten. Die Schwindung in Fließrichtung ist in der Regel höher als in Querrichtung, bedingt durch die Orientierung der Polymerketten.

Sflow = S × fflow
Scross = S × fcross

LKavität = LBauteil × (1 + Sflow/100)
WKavität = WBauteil × (1 + Scross/100)

fflow — Fließrichtungskoeffizient (typisch 1,0)
fcross — Querrichtungskoeffizient (typisch 0,7–0,9)

Schwindungsanisotropie ist besonders relevant für teilkristalline Werkstoffe (PP, PA, POM) und glasfaserverstärkte Kunststoffe, bei denen die Faserorientierung in Fließrichtung die Schwindung in dieser Richtung um bis zu 50 % verringern kann. Bei amorphen Werkstoffen ist die Anisotropie geringer, aber bei engen Toleranzen dennoch relevant.

Praktische Anwendung

Wann ist Schwindungsanisotropie relevant?

Schwindungsanisotropie ist in folgenden Situationen entscheidend:

Präzisionsbauteile — Toleranzen IT10 und enger
GF-Werkstoffe — PA6-GF30, PBT-GF30 (starke Faserorientierung)
Große Bauteile — Länge >300 mm (Fehlerakkumulation)
Technische Bauteile — Zahnräder, Lager, Passelemente

Bei glasfaserverstärkten Werkstoffen (GF) kann das Verhältnis von Schwindung in Fließrichtung zu Schwindung in Querrichtung bis zu 1:3 betragen. Beispielsweise PA6-GF30: Schwindung in Fließrichtung 0,3–0,5 %, in Querrichtung 0,8–1,2 %. Dies führt zu Verzug (Warpage), der bereits bei der Werkzeugkonstruktion berücksichtigt werden muss.

Tipps

Richtungskoeffizienten

Der Fließrichtungskoeffizient (f_flow) beträgt typischerweise 1,0 für unverstärkte Werkstoffe und 0,7–0,9 für glasfaserverstärkte Materialien. Der Querrichtungskoeffizient (f_cross) liegt bei 0,7–0,9 für unverstärkte Materialien und 1,1–1,5 für GF-Werkstoffe. Die genauen Werte hängen von der spezifischen Materialtype und den Verarbeitungsbedingungen ab — die beste Quelle sind Herstellerangaben oder eigene Werksmessungen.

Im ARGUS-System

ARGUS korrigiert die Schwindung automatisch auf Basis tatsächlicher Messungen aus Ihrem Werk

Überzeugen Sie sich selbst — vereinbaren Sie eine Präsentation und sehen Sie, wie ARGUS Schwindungsdaten mit der Produktionshistorie verknüpft.

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